Schwester Ruth

Veröffentlicht am Do., 27. Jun. 2019 14:15 Uhr
Aktuelles

Am 2. Juli 2019, um 9:00 Uhr, wird für unsere frühere Gemeindeschwester Ruth ein Trauergottesdienst in der Lazarus Kapelle (Kapelle der Versöhnung, Bernauer Str. 115) ein Trauergottesdienst gehalten.

Im Buch 'Mit den Augen der Engel' von Pfarrer Christian Wossidlo können wir über das Wirken von Schwester Ruth in unserer Gemeinde lesen:

"... Seit Juli dieses Jahres arbeitet sie nicht mehr in der Gemeinde und damit auch nicht mehr für die Gemeinde. In der Wohnung in der Hoeppnerstraße wohnt jemand anderes, das Auto ist verkauft, ihr Name und ihre Telefonnummer stehen nicht mehr im Gemeindebrief. Sie ist in ihr Diakonissenmutterhaus Lazarus im Wedding zurückgekehrt, um dort neue Aufgaben zu übernehmen. Denn so etwas wie Ruhestand gibt es für Diakonissen erst später, wenn überhaupt. Sie wird sich im Lazaruskrankenhaus um Sterbende kümmern. Dies tun zu dürfen, hatte sie sich gewünscht.

Seit 1959 arbeitete Schwester Ruth in unserer Gemeinde, nicht nur in der Krankenpflege. Das war ihr Hauptarbeitsgebiet: Spritzen für Diabetiker, waschen, betten, verbinden, trösten, einkaufen - für alles hatte sie Zeit und Kraft, ein offenes Ohr und ein offenes Herz. Nicht nur für den Leib, auch für die Seele verstand sie es zu sorgen. Sie konnte Kranken sagen: »Nun reißen Sie sich mal zusammen!« ohne dass es grob oder gar böse klang. Sie konnte es, weil sie eben Schwester Ruth war, eine Frau, der man es anmerkte, dass sie die Menschen liebte. Und Gott auch. Gottesdienste waren ihr wichtig, Bibelstunden hat sie gehalten, aber auch Ausflüge organisiert. Sie hat sich um Kinder und Jugendliche gekümmert. Neulich begegnete ich einer nicht mehr ganz jungen Frau, die sich noch gern an den Bienchenkreis erinnerte.



Unschätzbar war Schwester Ruths Menschenkenntnis. Sie wusste, welche von ihren Helferinnen sie zu welchem Kranken schicken konnte. Sie hatte auch immer Menschen, die helfen wollten, und die sich von ihr schicken ließen. Sie liebte die selbständige Arbeit in der Gemeinde und die Gemeinde, ihr Arbeitgeber, konnte sich vorbehaltlos auf sie verlassen.



Die Ära der Diakonissen geht mit Schwester Ruths Weggang auch für Neutempelhof zu Ende.



Damit ist das Gemeindeleben etwas ärmer geworden und Neutempelhof auch. Es gibt keine Diakonissen mehr, keine auch in der Kleidung erkennbare Kirche zum Anfassen. Schwester Martha war die Erste, die 1973 aufhörte, Schwester Klara ging nach über fünfzig Jahren Gemeindearbeit 1980, und jetzt geht also auch Schwester Ruth.



Am 6.0ktober - dem Erntedankfest - wird sie im Gottesdienst um 10,00 Uhr in unserer Kirche, die auch ihre Kirche ist, verabschiedet. Wenn nur die kämen, denen sie in all den Jahren, wie auch immer, geholfen hat, wäre die Kirche übervoll. Ich hoffe, viele andere werden auch kommen. Schwester Ruth hat einen -Großen Bahnhof- wahrlich verdient!«"


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