Unsere Gemeinde

Unserer Ev. Paulus-Kirchengemeinde Tempelhof, die zum Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg innerhalb der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz gehört, befindet sich im Norden des Berliner Bezirks Tempelhof.

Evangelische Paulus-Kirchengemeinde Tempelhof

1. Kirche an Ort und Stelle

Die evangelische und die römisch-katholische Kirche sind beide, anders als Freikirchen, territorial gegliedert. Man kann sich zwar auch einer anderen als der Wohnortgemeinde anschließen, in der Regel gilt jedoch: Wo ich wohne, da gehöre ich auch zur Gemeinde.

In Berlin sind die Gemeindegrenzen anders definiert als auf dem Dorf, und durch Fusionen infolge von Mitgliederschwund sind mitunter große Gebilde entstanden - in unserem Fall ein Gebiet zwischen Neukölln und Schöneberg, wenn man am nördlichen Rand entlang fährt, an der Grenze zu Kreuzberg; südlich der Autobahn / des S-Bahn-Ringes reicht die Paulusgemeinde vom Tempelhofer Damm bis zur Bezirksgrenze nach Neukölln, soweit wir uns noch im Stadtteil Tempelhof befinden und noch nicht in Mariendorf sind. In dem skizzierten Gebiet leben mehrere Zehntausend Menschen unterschiedlichster Religion und Konfession. Gut 6000 von ihnen gehören der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg - schlesische Oberlausitz an und damit im Normalfall auch der Ev. Paulus-Kirchengemeinde Tempelhof.

 

2. An Ort und Stelle Christ sein

Beim Zusammenschluss der vormals selbständigen evangelischen Kirchengemeinden Neutempelhof, Alt Tempelhof - Ost und Zinzendorf im Jahr 2006 wurde die in der Holzmannstraße befindliche Kirche verkauft; übrig blieben das Gemeindezentrum in der Götzstraße - zugleich Sitz des Kirchenkreises sowie der Diakonie und neuerdings auch des Familienzentrums - sowie die Kirche auf dem Tempelhofer Feld mitsamt Gemeindehaus nebenan. Hier finden die unten beschriebenen Aktivitäten der Kirchengemeinde statt, die  - bei aller Vielfalt - zwei Konstanten aufweisen, von denen sie geprägt sind: Zum einen handelt es sich um kiezbezogene Veranstaltungen, zum anderen sind sie mehr oder weniger stark Ausdruck unseres christlichen Glaubens evangelischer Ausprägung.

 

3. Dreierlei Bezugspunkte: Wir und ihr und das Evangelium

Bei allem, was Kirche tut, geht es im Grunde ganz schlicht um die “Kommunikation der Frohen Botschaft der Liebe Gottes in Jesus Christus”.

Dazu gehören essentiell die spezifischen Lebensäußerungen der Kirche wie Gottesdienste und Seelsorge, auch als Lebensberatung, z.B. in der Trauer, oder Begleitung bei einschneidenden Lebensereignissen wie Geburt, Heirat, Tod.

Daneben gibt es die Vermittlung der Glaubensinhalte beispielsweise im kirchlichen Unterricht, angefangen bei den Kita-Kindern über den Konfirmandenunterricht bis hin zu dem Projekt “erwachsen glauben” für Menschen jeden Alters.

Die christliche Verkündigung in Musik und Gesang gehört dazu, vom Seniorenchor bis hin zur Aufführung großer Orgelwerke und Oratorien.

Doch damit hört es nicht auf, denn Kirche ist Gemeinschaft, und die erschöpft sich nicht darin, gewisse Pflichten zu erfüllen. Gemeinschaft will auch gepflegt werden, und dazu gehören nicht unwesentlich diverse Feste, etwa das Kiezfest im Wolffring, jedes Jahr im Sommer, oder die Adventsfeste, der Martinsumzug und manches mehr.
 

4. Nicht alle alles, aber jede(r) etwas: Tun, was möglich ist

Wir können (und wollen) nicht alles - und somit überall dasselbe - tun. Die Menschen, die vor Ort sind, prägen mit ihren Möglichkeiten und Grenzen das, was geschieht.

Abgesehen von dem, was finanziell und logistisch machbar ist, finden wir ortsspezifische Traditionen vor (z.B. bestimmte Formen, den Gottesdienst zu feiern) und bringen unsere Gaben ebenso ein wie unsere Wünsche (z.B. bestimmte Musik zu hören oder uns kreativ betätigen zu wollen).

Daraus entsteht ein - wenn man es so ausdrücken möchte - “Angebotsprofil”, dem gemäß die Stellen der hauptamtlich Tätigen besetzt werden. Das sind derzeit zwei Personen im Pfarramt, eine Person (mit halber Stelle) im Gemeindebüro, zwei Kirchenmusiker (gemeinsam mit der Nachbargemeinde), ein Haus- und Kirchwart (+25% Mitarbeiterin), ein Jugendmitarbeiter mit 100%-Stelle sowie eine Mitarbeiterin für Seniorenarbeit mit 40% Stellenanteil.

Damit lässt sich einiges gestalten, zumal eine große Zahl freiwillig Engagierter hinzukommt, ohne die es beispielsweise weder einen Mittagstisch noch die Ausgabestelle von “Laib und Seele” gäbe.

Dennoch müssen Schwerpunkte gesetzt werden. Darüber zu entscheiden hat die von den Gemeindegliedern gewählte Gemeindeleitung.

Sie lässt sich bei ihrer Prioritätensetzung nicht zuletzt davon leiten, mit wem es “die Gemeinde” als Gegenüber zu tun hat. Das führt zur bewussten Zusammenarbeit in der Ökumene (d.h. mit Christen anderer Konfession, aber auch mit Gemeinden im Ausland) ebenso wie zu diakonischem Engagement für Bedürftige. In jüngster Zeit ist eine lebendige Arbeit mit Geflüchteten entstanden, weitestgehend getragen von Menschen, die ehrenamtlich tätig sind.

Der Dreiklang “Kiez und Kirche und Kultur” ist nicht nur namensgebend für den Förderverein unserer Kirchengemeinde, sondern sagt auch etwas über das Selbstverständnis derer, die sich hier aktiv oder als zahlende Mitglieder einbringen.
 

5. Glaubensgenossen und Zeitgenossen

Wir stehen in reformatorischer Tradition, zu der wesentlich die Erkenntnis gehört, dass Kirche immer wieder aufs Neue verändert werden muss (so schwierig das im einzelnen dann auch für uns Menschen sein mag).

So unterschiedlich wie unsere Persönlichkeiten sind, so unterscheidet sich auch das Glaubensleben der Mitglieder der Evangelischen Paulus-Kirchengemeinde voneinander.

Also muss immer wieder neu ausgehandelt werden, was “jetzt dran” ist. Dazu bedarf es lebendiger Teilhabe möglichst vieler Interessierter, die legitimerweise ihre eigenen Bedürfnisse zur Sprache bringen, aber auch die Menschen um uns herum im Blick behalten - und nicht zuletzt sich dessen bewusst bleiben, dass all unser Tun und Lassen darauf beruht, dass wir von Gott dazu berufen sind, dem christlichen Glauben in dieser Welt Gestalt zu verleihen, um Menschen dafür zu gewinnen, sich uns anzuschließen und in der “herrlichen Freiheit der Kinder Gottes” in der Bindung allein an Gott zu leben.

 

Unsere Standorte

Kirche auf dem Tempelhofer Feld Kirchsaal im Margarete-Draeger-Haus Kapelle im St. Joseph-Krankenhaus
Wolffring 72 Götzstr. 24b Bäumerplan 24
12101 Berlin 12099 Berlin 12101 Berlin
     
Gemeindehaus Badener Ring Gemeinderäume und Familienzentrum  
Badener Ring 23 Götzstr. 24a  
12101 Berlin
12099 Berlin
 
Tel.: 030 786 53 35 Tel.: 030 75 68 38 69  
Fax: 030 505 89 93 6    
Email:paulus-kuesterei@paulus-tempelhof.de    
www: www.paulus-kirchengemeinde-tempelhof.de    

 

Karte der Gemeinde

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Historisches zur Kirche auf dem Tempelhofer Feld

Kirche auf dem Tempelhofer Feld

Die Kirche auf dem Tempelhofer Feld (1927–28) war der erste größere evangelische Kirchenneubau in Berlin nach dem 1. Weltkrieg. Diese „Rundkirche“ mit zwei Anbauten für Vorhalle und Sakristei wurde von Fritz Bräuning (1879–1951), Stadtbaurat von Tempelhof, entworfen. Der Architekt war auch verantwortlich für die städtebauliche Planung der umliegenden, seit 1920 realisierten „Gartenstadt Neu-Tempelhof“. Geplant bereits ab 1910, bietet die Kirche in Stilgebung, mit expressionistischer und klassizistischer Formensprache, als auch im Raumkonzept ein markantes Beispiel für die Reformarchitektur zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Neben der städtebaulich exponierten Lage am Parkgürtel hat die Kirche zwei Wesensmerkmale, die kunstgeschichtlich bedeutsam sind. Zum einen folgt Bräuning dem so genannten Wiesbadener Programm von 1891, das eine Neuorientierung des protestantischen Sakralbaus formulierte, indem er zum Beispiel in die Achse des Kircheneingangs den Altar und dahinter die erhöhte Kanzel und auf der Empore darüber die Orgel anordnete. Zum anderen steht der Rundbau in der Tradition reformorientierter Zentralbauten des Berliner Südwestens (Königin-Luise-Kirche in Schöneberg, 1910–12, und Johannes-Kirche in Lichterfelde, 1913–14).

Quelle: Kurt Nelius/Immo Wittig, Otto Bartning-Arbeitsgemeinschaft Kirchenbau (OBAK)

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